Rauchen und Diabetes: Eine gefährliche Kombination


Nikotin begünstigt nicht nur Folgeschäden, sondern erhöht umgekehrt auch das Diabetes-Risiko.


Verzichten Diabetiker aufs Rauchen, können sie damit ihr Risiko für Herzgefäß-   und möglicherweise auch für Krebserkrankungen deutlich verringern. Darauf weist Prof. Dr. med. Rüdiger Landgraf von der Deutschen Diabetes-Stiftung hin.


Rauchen begünstigt Gefäßerkrankungen

Aufgrund des häufig erhöhten Blutzuckerspiegels haben Typ-1- und Typ-2-Diabetiker ein höheres Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Schlaganfall, Raucherbein sowie Durchblutungsstörungen an Augen und Nieren als Gesunde. „Dies gilt insbesondere bei langer Diabetesdauer, langfristiger unzureichender Stoffwechseleinstellung und gleichzeitiger Fettleibigkeit, erhöhtem Taillenumfang, Bluthochdruck sowie einer familiären Veranlagung“, erklärt der Internist, Endokrinologe und Diabetologe aus München.


Rauchen erhöht zudem das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, insbesondere Bronchialkarzinome. „Da die Krebsinzidenz bei Menschen mit Diabetes ebenfalls erhöht ist, sind Diabetiker, die rauchen, besonders gefährdet für kardiovaskuläre und bösartige Erkrankungen“, betont Professor Landgraf.


Wechselwirkungen zwischen Nikotin und Diabetes


Nikotinkonsum begünstigt jedoch nicht nur Diabetes-Folgeschäden, sondern Raucher erkranken umgekehrt auch eher an der Zuckerkrankheit. Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, wie Nichtraucher. Laut einer großen französischen Studie sind insbesondere männliche Raucher gefährdet. Dabei scheint Rauchen weitgehend dosisunabhängig das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zu erhöhen. Selbst Passivraucher weisen ein vermehrtes Diabetes-Risiko auf.


Die genauen Mechanismen für den Zusammenhang zwischen Rauchen und Diabetes sind Professor Landgraf zufolge noch nicht eindeutig geklärt. „Vermutlich wirken bestimmte Substanzen aus Zigaretten wie Nikotin, Teerprodukte und Kohlenmonoxid negativ auf die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und führen gleichzeitig über Entzündungsmechanismen zu einer Insulinresistenz.“ Dazu komme, dass Rauchen Ungleichgewichte im Stoffwechsel der Zellen verursache und diese sowie die DNA schädige.


Am besten schnell aufhören


Tipp: Gemeinsam fällt der Nikotinausstieg leichter. Diabetiker, die mit dem Rauchen aufhören möchten, sollten sich daher am besten einer Selbsthilfegruppe anschließen oder an einem Raucher-Entwöhnungsprogramm teilnehmen, wie es viele Gesundheitszentren, aber auch Volkshochschulen anbieten.


 

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