Insulininjektionen

Insulininjektionen werden bei einem Diabetes mellitus zur Normalisierung des Blutzuckergehalts in das Unterhautfettgewebe (=subkutan) oder in die Bauchhöhle (=intraperitoneal) verabreicht. Dieses geschieht meist mit Hilfe von Stechhilfen. Etwa 90 Prozent der Insulin spritzenden Menschen mit Diabetes mellitus in Deutschland nutzen heute sog. Insulinpens. Die Voraussetzung ist, dass entsprechend vorgefüllte Ampullen bzw. Patronen für einen Pen verfügbar sind. Diese gibt es fast ausschließlich in der Konzentration U100. Diese Konzentration sagt aus, dass in 1 ml 100 Internationale Einheiten Insulin enthalten sind. Die intensivierte konventionelle Insulintherapie, die eine Injektion von schnell wirkendem Insulin vor allen Hauptmahlzeiten vorsieht, begann Mitte der 80er-Jahre die konventionelle Therapie mit täglich nur zwei Injektionen zu verdrängen. Da durch den Pen - im Gegensatz zur Spritze - eine Injektion an jedem Ort einfach, d. h. unauffällig und ohne Aufziehen des Insulins in die Spritze möglich wurde, wurde er schnell zum unverzichtbaren Bestandteil der intensivierten Insulintherapie. Das Risiko für fehlerhaftes Aufziehen des Insulins, das insbesondere bei älteren Menschen auftreten kann, wird vermindert, wodurch sich eine Unabhängigkeit von fremder Hilfe ergibt. Die genannten Gründe können auch zu einer besseren Blutzuckereinstellung führen. Die Patronen reichen für ca. ein bis zwei Wochen je nach dem täglichen Insulinbedarf. Alle Pen-Patronen enthalten U100-Insuline. Zu den Pens gehören die jeweiligen aufschraubbaren Insulinkanülen. Es ist nur sinnvoll, einen Pen zu verwenden, wenn man ihn regelmäßig benutzt. Angebrochene Insulinpatronen sollten nicht länger als vier Wochen in Gebrauch sein, danach ist die Wirkung des enthaltenen Insulins nicht mehr gewährleistet. Die Pens werden vom Arzt oder von der Ärztin verschrieben sowie im Rahmen einer Diabetiker-Schulung abgegeben.

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