Hyperglykämie

Unter dem Begriff Hyperglykämie (griech.: zu viel Zucker im Blut) versteht man eine Überzuckerung. Steigt der Blutzuckerspiegel für längere Zeit über den Normalbereich von 80 - 120 mg/dl (4,4 - 6,6 mmol/l) an, spricht man von Hyperglykämie. Hierbei handelt es sich nur um Richtwerte, d.h. für Diabetiker werden unter Umständen andere Zielwerte festgelegt. Da ein erhöhter Blutzucker anfangs nur wenige Beschwerden verursacht, wird er meistens gar nicht bemerkt. Typische Symptome des Überzuckers sind vermehrter Harndrang (Polyurie), starkes Durstgefühl (Polydipsie), juckende Haut (Pruritus), Abgeschlagenheit und Müdigkeit, chronische Infektionen, Gewichtsabnahme und Sehstörungen. Eine Überzuckerung kann bis zur Bewusstlosigkeit (Coma diabeticum) führen. Steigt der Blutzucker über einen Wert von ungefähr 180 mg/dl (9,9 mmol/l) an, kann die Niere den Zucker nicht mehr zurückhalten und beginnt die Zuckerausscheidung mit dem Urin, in dem nun Glukose nachgewiesen werden kann. Man spricht in diesem Fall von einer Nierenschwelle. Sie ist bei jedem Menschen unterschiedlich und kann sich im Laufe des Lebens verändern. In der Schwangerschaft und bei Kindern ist sie z. B. niedriger, während sie im höheren Lebensalter ansteigt. Auch Medikamente können die Nierenschwelle beeinflussen. Glukose kann nachgewiesen werden. Steigen die Blutzuckerwerte weiter an, kommt es zu Symptomen, die auf ein beginnendes diabetisches Koma hindeuten können: Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit wie auch eine Erschwerung der Atmung und ein Azetongeruch des Atems. Das diabetische Koma ist lebensbedrohend und sollte möglichst rasch ärztlich behandelt werden. Besser ist, wenn jeder Diabetiker diese Symptome kennt und die extrem hohen Blutzuckerwerte durch geeignete Maßnahmen erst gar nicht entstehen lässt. Dazu eignen sich regelmäßige Blutzuckerkontrollen.

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